A u s s t e l l u n g e n   2 0 1 9

 VS

 

1. September bis 27. Oktober 2019

Die Frankfurter Künstlergesellschaft zu Gast
Aktuelle Positionen gegenständlicher wie
abstrakter Kunst

17. Nov. 2019 bis 8. März 2020

Von Spitzweg bis Hölzel - Die Künstlerkolonie Dachau zu Gast
Die Entwicklung der Genre- und Landschaftsmalerei
in Dachau von ihren Anfängen bis weit ins 20.  Jahrhundert hinein

 

 

Die Künstlerkolonie Dachau zu Gast -

Von Spitzweg bis Hölzel

17.November 2019 bis 8. März 2020

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Adolf Hölzel, Mädchen mit der Schubkarre, Öl/Leinwand, Gemäldegalerie Dachau

Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entdeckten die Künstler den vor den Toren Münchens gelegenen Marktort Dachau und seine stimmungsvolle Mooslandschaft. München hatte sich nach 1800 zu einem wichtigen Zentrum der Landschaftsmalerei entwickelt. Von dort aus war Dachau zu Fuß in wenigen Stunden, seit 1867 auch bequem mit der Bahn erreichbar. Der einzigartige Blick Dachaus über die weite karge Mooslandschaft faszinierte die Künstler ebenso wie die aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit schnell wechselnden Lichtverhältnisse mit den daraus resultierenden Farbeffekten.

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Max Feldbauer, Porträt eines Mädchens, Öl auf Leinwand, 44 x 43 cm, Gemäldegalerie Dachau

In den folgenden Jahrzehnten kamen zahlreiche Künstler nach Dachau, darunter so bekannte Namen wie Carl Spitzweg oder Max Liebermann, und trugen so zur Entstehung einer Künstlerkolonie bei.

1898 machte eine Berliner Ausstellung von Adolf Hölzel, Ludwig Dill und Arthur Langhammer Dachau überregional bekannt. Während sich Dill besonders der Landschaft und Langhammer vor allem dem Menschenbild widmete, war Hölzel Maler, Lehrer und Vordenker zugleich. Er ent- wickelte seinen in Dachau gefundenen Natur-lyrismus weiter - über einen ornamentalen Jugend- stil bis hin zur ungegenständlichen Farb-komposition. Zusammen legten ihre künstlerischen Ideen den Grundstein zur Entstehung der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts.

Hölzel gründete auch eine private Malschule, wo er zahlreiche Künstlerinnen - wie Martha Cunz und Emilie Mediz-Pelikan – unterrichtete, die damals keinen Zugang zur Königlichen Akademie in München hatten.

Nach 1900 setzten Hermann Stockmann und Hans von Hayek in der Künstlerkolonie neue Akzente, die letztlich in der Gründung eines Museumsvereins aufgingen.

Der Ausbruch des Ersten Weltkriegs bereitete der künstlerischen Entwicklung ein jähes Ende. Doch auch die danach einsetzende thematische Neuorientierung der Künstler hinterließ in Dachau ihre Spuren.

Eine Auswahl von 55 Gemälden und Pastellen spannt den Bogen der Ausstellung von den spätbiedermeierlichen Werken Carl Spitzwegs, über die dem „Münchner Jugendstil“ verbundenen Naturbilder Ludwig Dills bis hin zu den abstrakten Kompositionen Adolf Hölzels.

Weitere Informattionen finden Sie in unserem Flyer.

 

Rückblick

Die Frankfurter Künstlergesellschaft

1. September bis 27. Oktober 2019

No Exit Possible II

Barbara Dickenberger, No Exit Possible II, 1979/2019, Fine Art Print, 30 x 40 cm

Die Frankfurter Künstlergesellschaft gehört zu den ältesten noch aktiven Künstlervereinigungen der Welt. Sie wurde 1857 gegründet und hatte im Laufe ihrer Geschichte über 700 Mitglieder, darunter viele namhafte Künstler wie Philipp Veith, Edward Jakob von Steinle, Johann David Passavant oder Moritz David Oppenheim, deren Arbeiten u.a. im Städel-Museum zu sehen sind.
Auch viele Künstler der Kronberger Malerkolonie wie Anton Burger, Wilhelm Trübner, Otto Scholderer und Carl Morgenstern waren Mitglieder der Frankfurter Künstlergesellschaft.

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Joerg Eyfferth, Glas 183, 2009, Öl auf Leinwand, 100 x 150 cm


Bis 1914 entwickelte sie sich rasch zur einflussreichsten Künstlervereinigung der Region. Auch das Aufkommen neuer Kunstrichtungen gegen Ende des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde von ihren Mitgliedern mitgetragen und fand seinen zeitgemäßen Widerhall bei ihren traditionell wie progressiv arbeitenden Künstlern.

Die nationalsozialistische Diktatur bereitete dieser von Vielfalt und Gegensätzlichkeit geprägten Künstlerszene allerdings ein radikales Ende. Während des schwierigen Anfangs nach dem Zweiten Weltkrieg kam es in den 1950er Jahren wie zuvor schon in der Weimarer Republik erneut zur "Fronten-Bildung": Die figürlich-gegenständliche Kunst stand der abstrakt-ungegenständlichen gegenüber, die nun auch in den Augen der internationalen Öffentlichkeit als die "zeitgemäße" angesehen wurde.Siebel No6 DSC 0388 klein

Michael Siebel, Ohne Titel, Sandstein, 41 x 25 cm

Doch seit jeher war es der Grundsatz der Frankfurter Künstlergesellschaft, künstlerische Kompetenz nicht einer bestimmten Kunstform oder Kunstmode zu unterwerfen. So wie in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts die Vertreter der abstrakten Kunst mit den Verfechtern der Gegenständlichkeit eine sich gegenseitig befruchtende Gemeinschaft bildeten, bewegen sich auch die heute ausgestellten Arbeiten der aktiven Mitglieder zwischen Realismus über einen zeitgemäßen Naturalismus zur freien Interpretation bis hin zur Abstraktion. Hohe künstlerische Qualitätsansprüche und ein freundschaftlicher Umgang innerhalb des Vereins haben bis heute Vorrang gegenüber einer Vereinheitlichung des künstlerischen Schaffens. Vielleicht ist dies das Geheimnis für das lange Bestehen dieser Künstlervereinigung.

Es stellen aus:

Heidi Böttcher-Polack
Claus Delvaux
Barbara Dickenberger
Joerg Eyfferth
Inge Helsper-Christiansen
Norbert Komorowski
Martin Konietschke
Matthias Kraus
Uli Mai
Klaus Puth
Mojgan Razzaghi
Achim Ribbeck
Michael Siebel
INK Sonntag-Ramirez Ponce
Clemens Strugalla
Nicolas Vassiliev
Andreas Wald
Hermann zur Strassen †2019
und als Gast Yuriy Ivashkevich

 Delvaux Good Times In The Cities 4 2012 Gouache Acryl auf Karton 91x61 cm kleinClaus Delvaux, Good Times In The City 4, 2012, Gouache/Acryl auf Karton

Weitere Informationen zu den Künstlern und der Frankfurter Künstlergesellschaft finden sie unter http://www.frankfurter-kuenstlergesellschaft.de/ und auf unserem Flyer.

 

KLAUS FUßMANN - Zwei Häuser

12. Mai bis 11. August 2019

Der 1938 in Velbert im Rheinland geborene Klaus Fußmann gehört zu den bekanntesten deutschen Landschafts- und Blumenmalern. Er studierte von 1962 bis 1966 an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin, wo er von 1974 bis 2005 selbst als Professor lehrte. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Ehrungen, u.a. mit dem Preis der Villa Romana in Florenz 1972 und 2018 mit dem Preis des Landes Schleswig-Holstein, ausgezeichnet und eine fast unüberschaubare Anzahl von Ausstellungen und Publikationen würdigt sein Werk. Fußmann lebt und arbeitet in Berlin und Gelting. Der Kontrast seines Lebensraumes spiegelt sich auch in seiner Kunst und dem Titel der Ausstellung „Zwei Häuser“ wider.

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Stillleben im Berliner Atelier
Der erste Raum widmet sich den menschenleeren Interieurs und Atelierbildern in Berlin aus den 1960/70er Jahren. Sie kreisen um die unmittelbare Umgebung des Künstlers und entstanden kurz nach seiner Studienzeit an der Akademie in Berlin. Es sind Bilder von großer Stille, die von der Faszination der Leere und der Suche nach der verlorenen Zeit zeugen. In feinen Linien auf die Leinwand gebannt, bestechen sie durch ihr zurück-haltendes Kolorit in Weiß-, Grau- und Brauntönen.

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Klaus Fußmann, Fenster, Krug, Plastik im Winter, 1989, Öl auf Leinwand, 55 x 60,5 cm, Privatsammlung


Selbstporträts

Selbstporträts durchziehen das gesamte Werk des Künstlers. Sie dienen vor allem der äußerlichen Reflexion des Malers im Spiegel. Der Maler gibt sich mit dem Werkzeug des Künstlers, dem Pinsel in der Hand, gerade noch als solcher zu erkennen. Das Bild im Bild erzählt von seiner Entstehung, von der anfänglichen leeren Fläche, die erst durch den Malprozess belebt wird. Als Spiegel diente vermutlich wie bereits in anderen Gemälden eine auf die Leinwand aufgezogene Spiegelfolie, die es dem Künstler erleichterte, den „Spiegel“ mit ins Freie zu nehmen. Die leichte Unschärfe der Folie kommt Fußmann dabei sehr entgegen. Er tendiert kein Abbild: Mit dem Spiegel in der Landschaft gewinnen diese Bilder vielmehr eine zusätzliche, mystische Dimension.

10 MK 5502KlKlaus Fußmann, Selbst im Spiegel, 28.XI.84, Aquarell, 71 x 70 cm, Privatsammlung



Blumen und die Holsteinische Landschaft
Ein wesentlicher Teil von Fußmanns Kunst widmet sich der Natur, den Blumen und Gärten, die im Zentrum der Ausstellung stehen. Die Hinwendung zur Natur- und Landschaftsmalerei ist eng verbunden mit seiner Entdeckung der schleswig-holsteinischen Landschaft.Die abwechslungsreiche Landschaft an der Ostseeküste, die Naturerfahrung und die Einfachheit dieses Existenzraums sowie das nordische Licht beeindrucken den Künstler bis heute. Anfang der 1970er Jahre markierten sie einen Wendepunkt in seinem künstlerischen Schaffen. Die jahreszeitlich bedingten Veränderungen der Landschaft werden ebenso zum Thema wie die Vergänglichkeit des Augenblicks. Denn die verrinnende Zeit und der nicht wiederkehrende Moment sind ein stets aktuelles Thema seines Schaffens.

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Klaus Fußmann, Raps bei Hasselberg, 2017, Öl auf Leinwand, 35 x 48 cm, Privatsammlung

Klaus Fußmann, Astern,2016, Aquarell, 50 x 50 cm, Privatsammlung

Bemalte Keramik
Während sich Fußmann in erster Linie in Gelting der Malerei widmet, so beschäftigt er sich in den Wintermonaten in Berlin seit 2007 mit der Anfertigung von Keramiken und dem Bemalen von Ton. Konsequent knüpft Fußmann dabei an seine pastosen reliefartigen Bilder an. Seine keramischen Arbeiten greifen häufig die gleichen Themen und Motive auf, die bereits seine Malerei kennzeichnen, und übertragen diese in die Dreidimensionalität.

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Klaus Fußmann, Krug, Weiblicher Kopf, Keramik, 2012, H = 25,5 cm, Privatsammlung

Weitere Informationen zu der Ausstellung und Veranstaltungen finden Sie hier.

 

 

 

 

 

 

 

Informationen

Öffnungszeiten

Mittwoch: 15:00 - 19:00 Uhr
Samstag: 12:00 - 18:00 Uhr
Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr


Eintrittspreise

Pro Person 5,00 €
ermäßigt     4,00 €
Familien    10,00 €
Kinder bis 12 Jahre
und Mitglieder kostenfrei!
Mittwochs ab 17 Uhr freier Eintritt!

Öffentliche Führung
26.Oktober 2019 um 17 Uhr
1. Dezember 2019
5. Januar 2020
2. Februar 2020
jeweils um 11:15 Uhr
Dauer ca. 1 Stunde
Gebühr 2 €, zzgl. Eintritt

Führungen für private Gruppen oder Schulklassen, auch in englischer oder französischer Sprache nach Vereinbarung

Kunst für Kinder
Für Kinder hält das Museum spannende Mitmachaktionen, Lesungen oder Führungen bereit:

Samstag,
23. November und
07. Dezember 2019
jeweils16:00 bis 17:30 Uhr, Eintritt frei.

Aufgrund begrenzter Teilnehmerzahl bitte
anmelden unter: